Wer findet zuerst den Namen der Pflanze
Der Zettel enthält das Rätsel um die Anfangskoordinaten zu ermitteln
Manchmal muss man etwas klettern um einen Hinweis zu finden
Zum Versteck kommt nur, wer sich traut über den Baumstamm zu laufen
So sieht eine Biotopkartierung aus

Young Blue Geocachers Reloaded 2016

 

Fragt man Jugendliche nach ihrem Interesse für den Hochwasserschutz, so erntet man meist nur ein lustloses Achselzucken oder eine Bekundung darüber, dass es sich doch eher um ein ziemlich uninteressantes Thema handelt.

 

Diese Altersgruppe hat das Jahrhunderthochwasser, welches Dresden im Jahre 2002 überraschte, nicht bewusst miterlebt. 2013 jedoch, als ein zweites großes Hochwasser die Elbestadt heimsuchte, waren die Jugendlichen mit dabei und konnten mit eigenen Augen sehen, wie schnell ein Fließgewässer über die Ufer treten und Schaden in Millionenhöhe anrichten kann. Dresden stellt aufgrund dieser zwei zeitlich nahe beieinander liegenden Ereignisse ein gutes Beispiel dafür dar, dass konventioneller Hochwasserschutz, zum Beispiel durch Dämme und Rückhaltebecken, nicht mehr ausreicht um Kommunen nachhaltig vor Überschwemmungen zu schützen. In Zukunft werden uns zusätzlich Starkregenereignisse, die durch den gesteigerten Klimawandel verursacht werden, immer öfter heimsuchen. Gerade in stark versiegelten Gebieten bahnt sich das Wasser dann seinen Weg durch die stark begradigten Flüsse und der Pegel steigt rasant.

 

Besonders die jungen Generationen, die unsere Zukunft noch maßgeblich gestalten werden, sollten lernen, dass es auch naturnähere, und dadurch wirksamere, Alternativen gibt, um uns vor diesem Szenario zu schützen.

 

Nachdem die BUND Regionalgruppe Dresden im letzten Jahr das von der Michael-Otto Stiftung geförderte Projekt „Young Blue Geocachers“ ins Leben rief, bei dem Schüler*innen die Gewässerqualität kleiner Bäche zu beurteilen lernten, startete dieses Jahr die Neuauflage „Young Blue Geocachers Reloaded“. Hier wurden Schüler*innen auf spannende Art und Weise für das Thema des naturnahen Hochwasserschutzes  sensibilisiert. Ziel war es, die Jugendlichen mittels Geocaching (eine moderne Schnitzeljagd, bei der mit Hilfe von Geokoordinaten Rätsel gelöst werden müssen, um einen Schatz zu finden) an das Thema heranzuführen. So bereitete der BUND fünf Projekttage mit der achten Klasse des Naturwissenschaftlichen Profils der Dreikönigschule in Dresden vor. Nachdem am ersten Tag ein Probecache gesucht wurde, hielt am zweiten Termin ein Referent eines ansässigen Planungsbüros einen Vortrag über die Unterschiede von naturnahem und technischem Hochwasserschutz am Beispiel des Kaitzbachs in Dresden. Ausgerüstet mit diesem Wissen brachen die Schüler*innen zu besagtem Fließgewässer auf und gestalteten, in zwei Gruppen aufgeteilt, ihre eigenen Geocaches. Hierbei gab es viele Aufgaben: Geeignete Verstecke für die Hinweise wurden gefunden, Koordinaten ermittelt und mit dem vorher gelernten Wissen themenbezogene Rätsel erarbeitet. So kann nur, wer sich informiert hat, die Rätsel lösen, die richtigen Koordinaten eingeben und am Ende den Schatz (den Cache) finden. Beispielsweise soll die Art des Hochwasserschutzes (naturnah oder technisch) am jeweiligen Standort benannt werden um an weiterführende Koordinaten zu kommen.

 

An den letzten zwei Projekttagen suchte je eine Gruppe den Cache, den die andere Gruppe gelegt hatte. Die jeweils andere Gruppe fertigte mit Hilfe eines weiteren Referenten eines Dresdner Planungsbüros eine Biotopkartierung des Bachufers an. Dann wurde getauscht. So lernten die Schüler*innen, dass eine flache und bepflanzte Böschung zur Hochwassermilderung beiträgt.

 

Nach Abschluss des Projektes vereinten die Organisatoren die zwei Routen und veröffentlichten die Route auf opencaching.com. Nun können alle Lehrer*innen und Eltern mit ihren Schützlingen auf Entdeckungstour gehen und am Kaitzbach viel über Hochwasserschutz, und wie man ihn naturnah gestalten kann, lernen.  

 

Hier geht’s zu den Startkoordinaten: http://opencaching.de/OC1308B